MBOERNI

Spurlos *




Mit Fug und Recht ein Teil von mir
Die Wurzeln und der Stamm
Vielleicht auch noch ein Stück der Äste
Dann fängt was anderes an

Ich kann dich niemals ganz vergessen
Zu viel hab ich von dir
Und auch du bist von mir besessen
Und nimmst dir was du brauchst von mir

Ich erkenne dich in Nichtigkeiten
Flüchtig nehme ich dich wahr
Und doch beherzt an meiner Seite
Bist du nie fort - Bist immer da

Ich hab dich früher nie verstanden
Das kam erst langsam mit der Zeit
Wär ich nur eher klug gewesen
Das war ich nicht - Es tut mir leid


Und heute suche ich nach Spuren
Nach alten Bildern und Ideen
Die meisten kann ich nicht mehr finden
Nur noch fühlen – Nicht mehr sehen

Text: © Michael Scherb

 

 Musik: © Projekt B  M. Scherb / B. Rensch




Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Tee_Hexe( ), 30.09.2017 um 19:04 (UTC):
Der Text hat mich spontan zum heulen gebracht.. was nichts schlechtes ist, sondern Emotionen hervor holt die zu oft und zu lange unterdrückt werden/wurden..Danke

Kommentar von:30.09.2017 um 21:59 (UTC)
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Hallo Sylvia!
Schön dass du wieder hier bist!
Vielen Dank für deinen Kommentar, Mitch wird sich sehr freuen.
Er schreibt tolle Texte!
Würde mich/uns sehr freuen über weitere Kommentare von dir; das ist uns auch bei unserem Projekt sehr hilfreich!

Kommentar von Mitch( ), 01.10.2017 um 14:41 (UTC):
Vielen lieben Dank für das nette Kommentar.

Kommentar von Uwe( mackertuwegmail.com ), 28.11.2017 um 10:38 (UTC):
Ein tolles Foto, wie es mit seinen Linien das Auge über’s Bild führt.
Phantastisch finde ich, wie hell der Straßenbelag auf den rechten Fahrspuren ist, der zuvor von den Scheinwerfern der vorbeifahrenden Autos ausgeleuchtet wurde und das Licht auf dem Sensor quasi gesammelt wurde. So dass man es noch sehen kann, obwohl es längst wieder weg ist.
Der Titel, eine geniale Idee.
Die Autos sind verschwunden, jedoch haben sie zunächst ihre Spuren in Form von Licht hinterlassen, die, mit dem Ende der Belichtungszeit, „spurlos“ verschwinden.
Tief beeindruckt bin ich von dem Text, der hervorragend zum Titel passt und gleichzeitig auf wunderbare Weise etwas beschreibt, das ich als das „Ich“ bezeichnen würde.

Im ersten Vers finde ich meinen Körper. Wie oft andere Dinge wichtiger erscheinen, wie achtlos ich damit umgehe: Arbeiten bis über die völlige Überlastung hinaus. Der Versuch, in dem Irrglauben dadurch meine Position halten zu können, auch die absurdesten Wünsche und Forderungen Anderer zu erfüllen. Bis hin zu schlechter Ernährung, wenig Bewegung, bei kurzen Autostrecken mal auf den Gurt verzichten und auch auf die Schutzbrille, wenn ich nur ein kleines Werkstück mit der Flex ablänge etc. Dass ich nur diesen einen Körper habe, zu oft bedenke ich das nicht, denn schon „fängt was anderes an“.
Im Zweiten lese ich die ständige Zwietracht zwischen Körper und Geist, meine Handlungen im Widerspruch zum Verstand. Das schlechte Gewissen, mir selbst gegenüber („ich kann dich niemals ganz vergessen“), das wiederum Handlungen hervorruft gegen welche der Verstand abermals protestiert.
Auch der dritte Vers beschreibt sehr treffend meine Selbstwahrnehmung. Wie wenig Rücksicht ich darauf nehme, was ich wirklich will, wenngleich meine Bedürfnisse unaufhörlich ihre Befriedigung fordern.
Der vierte Vers stellt für mich den Showdown dar.
Ich habe stets die Signale meines Körpers und meiner Seele ignoriert.
Nun fordern beide ihren Tribut, den Höhepunkt eines ausgeprägten Burnouts –
NICHTS geht mehr.
„Wär ich nur eher klug gewesen …. Es tut mir Leid!“

Hier sehe ich mich an Nena’s Stelle in 99 Luftballons –
„Heute sehe ich die Welt in Trümmern liegen, seh’ ’nen Luftballon und lass ihn fliegen.“
Waren all die vermeintlichen Pflichten und selbst auferlegten Zwänge, der jahrelange Raubbau an Körper und Seele nicht mehr als Luftballons?

„Heute suche ich nach den Spuren“ zu meiner alten Leistungsfähigkeit. Doch führen sie mich nicht zwangsläufig zu Vers 1 und damit zurück zum Beginn des Teufelskreises?

Zum Glück ist seitdem einige Zeit vergangen und ich habe zwischenzeitlich einige Konsequenzen daraus gezogen und gelernt, recht gut damit zu leben. Dass dieser Text allerdings Emotionen, wie sie Tee_Hexe beschreibt, hervorrufen kann, kann ich sehr wohl nachempfinden.

Der Autor war zu diesem großartigen Text hoffentlich poetisch inspiriert.

Kommentar von Mitch( ), 29.11.2017 um 15:50 (UTC):
Hallo Uwe.
Vielen lieben Dank für deine Interpretation.
Es freut mich, dass dieser Text erneut eine solche Auswirkung auf seinen Leser hat. Ich hatte beim schreiben einen völlig anderen Ansatz. Aber genau das macht die Sache so spannend. Jeder interpretiert aus seiner Erfahrung und seinen Erlebnissen. Jeder neue Blickwinkel erweitert den Inhalt und macht ihn für andere neu zugänglich.

Kommentar von:29.11.2017 um 18:50 (UTC)
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Wow!!!
Hallo Uwe,
herzlichen Glückwunsch zur bisher längsten Interpretation!
Vielen Dank dafür!
Nicht nur für das Lob für Foto und Text, sondern für deine umfassende Ausführung. Das ist der Treibstoff, der uns immer wieder antreibt weiterzumachen. Das gibt neue Inspiration und zeigt mir, dass ich mit der Homepage auf dem richtigen Weg war und bin. Ich freue mich immer wieder über die fruchtbare Zusammenarbeit mit Mitch und wenn dann noch solche Kommentare von Besuchern kommen, dann gibt mir das sehr viel Freude.
Sehr interessant was du zu "Spurlos" geschrieben hast; man sieht wie unterschiedlich Texte und Bilder durch eigene Gefühle belegt und interpretiert werden.
Genau das hatte ich im Sinn und freue mich, dass es zu funktionieren scheint.
Ich bin schon sehr gespannt auf jeden weiteren, von mir sehr geschätzten, Kommentar von dir!



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